Was bedeutet eigentlich FAQ?
FAQ bedeutet „frequently asked questions“, also „die am häufigsten gestellten Fragen“. Also los:

Wie haben sich die Bandmitglieder kennengelernt und wann?
Es begann alles als ein Partyscherz. Wir vier Studenten der Hamburger Musikhochschule hatten die Idee, eine kleine A-Cappella-Einlage für die Semesterparty einzustudieren. Das kam derartig gut an und wir hatten so viel Spaß miteinander, dass wir beschlossen, eine feste Band daraus zu machen. Dazu kam, dass wir uns mit den drei Liedern von jener Semesterparty beim A-Cappella-Wettbewerb der damaligen Vereins- und Westbank beworben hatten („Jugend kulturell“) und tatsächlich ins Finale kamen. Das Dumme war: Die Bedingung für die Endrunde war ein abendfüllendes Programm. Aber wir hatten ja nur diese drei Lieder! So mussten wir innerhalb von einem Monat 90 Minuten aus dem Boden stampfen. Der helle Wahnsinn! Wir haben dann immerhin den zweiten Platz gemacht… Nicht schlecht für eine Band, die eigentlich noch gar nicht existierte, gell?

Foto: Matias Knoppe

Frank Valet, Sanna Nyman, Jan Melzer, Tobias Hanf (v.l.n.r.)

Wie heißt Ihr?
Tobias Hanf
Jan Melzer
Sanna Nyman
Frank Valet

Seid Ihr alle Hamburger?
Ja, und das mit Leidenschaft!
Frank ist sogar geborener, wenn nicht sogar gebürtiger Hamburger in der x-ten Generation.
Jan wurde zwar in Thuine im Emsland geboren, lebt aber seiner zweiten Lebenswoche in Hamburg.
Tobi wuchs in Hankensbüttel im Landkreis Gifhorn auf und wurde durch das Studium an der Hamburger Musikhochschule zum überzeugten Hamburger.
Und Sanna wurde in Lahti (Finnland) geboren, studierte in Detmold und siedelte zum Gesangstudium an der Stage-School nach Hamburg über. Heute ist sie Weltbürgerin mit tiefen Hamburger Wurzeln. Denn Hamburg ist ja das Tor zur Welt…

Seit wann gibt es LaLeLu a cappella comedy?
Seit 1995. Damals trafen sich Tobi und Jan mit zwei Kommilitonen, um für eine Semesterfeier ihres Studienganges Schulmusik einen Partyspaß einzustudieren. Um es mit einem Witz-Klassiker zu sagen: Aus Spaß wurde Ernst und Ernst ist jetzt 21 Jahre alt.
Seit 2006 ist Sanna dabei.
Seit 2012 Frank.

Sanna, wie ist das so mit drei Männern?
Ganz geil … Nee, im Ernst: Ich habe im zarten Alter von 30 Jahren auf einem Schlag drei Brüder bekommen. Alle drei vollkommen unterschiedlich, aber zum Glück sehr liebenswert. Es wird nie langweilig und es wird extrem viel gelacht und „rumgespackt“, wenn wir zusammen sind. Natürlich herrscht nicht immer nur fröhliche „Klassenfahrtstimmung“, dafür haben wir alle vier zu „starke“ Charaktere. Aber wie es so unter Geschwistern ist, mal reibt man sich aneinander und danach ist alles wieder gut. Das „Prinzessen-Bonus“, das ich als einzige Frau in der Gruppe habe, ist ganz nett, aber man gewöhnt sich dran. Ich persönlich habe eher das Gefühl, dass ich langsam zu einem „Kerl“ mutiere … Was nun noch fehlt, ist das brennende Interesse an Sport, Politik, Autos und Frauen. Kommt vielleicht noch. ;-) Also, kurze Zusammenfassung: Ich habe meine drei Jungs kennen, lesen und lieben gelernt, bin dankbar und glücklich über die Arbeit bei LaLeLu und die Herausforderungen, die es mit sich bringt, on- und off-Stage. Auf ein Neues!

Wie kommt Ihr immer auf diese Ideen?
Erstens reden wir die ganze Zeit über nichts anderes als LaLeLu (grundlos eitel) und so entsteht meistens in unserem Band-Bus ein Großteil der Ideen.
Und zweitens ist unser Komponist und Texter Sören Sieg als kleiner Junge in einen Topf mit Ideen-Zaubertrank gefallen. Der hinterlässt Ideen wie andere Fußspuren am Strand.

Kann man davon leben?
Nein, man muss!

Warum heißt Ihr eigentlich LaLeLu?
Dafür gibt es drei Gründe:
1) Wir lieben die Satire-Zeitschrift Titanic. Darin gab es eine Gedichtreihe mit dem Titel „Hessen nimmt Abschied“. Das Gedicht zum Tod von Heinz Rühmann endete mit den Worten:
Was war des LaLeLu für’n Kack
Nu isser tot, der alte Sack
Drum klappt de Deggel feste zu
Sonst singt er wiedä LaLeLu
(Wir mögen schwarzen Humor.)
2) „la“ „le“ und „lu“ sind Gesangssilben wie „lalala“. Das passt zu A Cappella.
3) Wir mögen das Lied.

Darüber hinaus kursieren in der Welt ein paar obskure Theorien, die wir hiermit energisch dementieren möchten:
1. Die historisch-materialistische:
Wir haben uns 1974 im sozialistischen Kinderladen „Die Roten Rüben“ kennengelernt und gründeten dort die allererste A-cappella-Kidgroup der Welt. Wir begannen als reine Heinz-Rühmann-Coverband und LaLeLu war unsere erste #1-Hit-Single. 35 Jahre später kam Sanna dazu und wir sattelten auf Comedy um. Unser letztes Programm im Jahre 2050 wird auf jeden Fall ein reines Schlafliedprogramm sein.
2. Die semiotische:
LaLeLu ist eine Chiffre, die verschiedene geheime Botschaften enthält, über deren Bedeutung sich NSA und BND uneins sind:
– Laster, Leid und Lustigkeit
– Lack, Leder und Luder
– la leggiera luna (italienisch: der leichtfüßige Mond)
– la le lu (franz: der die das)
– Lang lebe Lumumba! (erster Ministerpräsident des unabhängigen Kongo 1960)
– Lappland, Lettland, Lummerland!
3. Die bürokratische:
Uns wurde der Name 1995 von der ZVB (Zentralstelle zur Vergabe von Bandnamen) in Wuppertal zugewiesen, nachdem die Speed-Metal-Band „The Dark Horses of Apocalypse“ damit unzufrieden gewesen war.
Das ist alles ausgewiesener Blödsinn, wenn nicht Schabernack.

Welches Stimmfach habt Ihr?
1. Einfache Antwort:
Oben, zweimal Mitte und einmal Unten, aber mit Majo …

2. Komplizierte Antwort:
Sanna Nyman ist ein Mezzosopran mit den Stilrichtungen Soul, Tango und Helium.
Jan Melzer ist entweder ein flacher Bariton (er kommt nicht richtig runter) oder ein kurzer Tenor (er kommt nicht richtig hoch). Stilrichtung Deutschrock (Grönemeyer, Lindenberg), Gesangsparodie. Heute nennt er sich Tenoriton.
Frank Valet ist ein am Konservatorium in Hamburg ausgebildeter Opern-Bariton, der bei uns natürlich auch öfter in Tenorlage singen muss. Daher nennen wir ihn Baritenor. Er klingt wie eine Mischung aus Sting und Frank Sinatra (was er schön findet) und exakt wie Udo Jürgens, (was ihn verwirrt).
Tobias Hanf ist ein Bass-Bariton mit gut ausgebauter Höhe und geradezu unappetitlicher Tiefe.
Stilrichtung: Belcanto, Country, Polit-Parodie und alte Männer aus dem Osten der Republik.

Wie oft tretet Ihr im Jahr auf?
Ungefähr 120-bis 140-mal, je nach Jahr. In Schaltjahren bis zu 141-mal…

Ist das nicht hart für Euch und Eure Familien?
Für uns Mathematiker: Das Jahr hat 365 Tage. 365 durch 2 ergibt: 182,5. Da wir 120- bis 140-mal im Jahr auftreten, haben wir also über die Hälfte des Jahres keine Shows. Außerdem haben wir mit unserer Agentur vereinbart, dass wir niemals mehr als fünf Konzerte am Stück machen und niemals mehr als 15 im Monat. Dadurch sind wir immer mindestens einmal pro Woche zu Hause und kommen nicht in dieses Seefahrer-Syndrom, in das manche Musiker verfallen, die in der Tat ganze Monate am Stück weg sind und danach von ihren Kindern nicht mehr wiedererkannt werden; und von ihren Frauen erst recht nicht; und der Hund fängt an zu knurren…

Habt Ihr Vorbilder?
Oh ja. Als A-Cappella-Gruppe gibt es für uns nur einen Namen: Die Real Group aus Schweden. Diesem perfekten Jazz-Klangideal streben wir schon seit unserer Gründung nach. Besser geht es nicht.
Im Comedy-Bereich gibt es zum einen die anarchischen Komiker Kurt Krömer, Helge Schneider und den frühen Otto Waalkes. Zum Anderen die gnadenlos guten Bühnenkabarettisten Volker Pispers, Dieter Nuhr, Lars Reichow, Urban Priol und Pigor & Eichhorn. Wir lieben sie, ihr geniales Timing, und ihre perfekten Texte.

Warum a cappella mit Comedy?
A cappella-Singen ist eine tiefe Leidenschaft. Wer jemals selber a cappella gesungen hat, oder ein gutes a cappella-Konzert besucht hat, weiß um das sinnliche Vergnügen, das reiner a cappella-Gesang bereiten kann. Es war immer unser Traum und wir leben ihn.
Und in unserem speziellen Falle gilt das Gleiche für die Comedy. Wir sind so eine Art komödiantischer König Midas: Alles, was wir anfassen, wird lustig. Das tut uns sehr leid.

Ist Comedy die naheliegende Ergänzung zum A Cappella?
Es ist doch so: Otto Waalkes ist eigentlich Musiker, Helge Schneider ist eigentlich Musiker, ja selbst Loriot hat zeit seines Lebens mit seinen musikalischen Neigungen nicht hinterm Berg gehalten. In dieser Tradition sehen wir uns. Es gibt aber übrigens ganz tolle ernsthafte A-Cappella-Gruppen und auch wir albern nicht den ganzen Abend rum. Denn eins ist uns sehr wichtig: Wir lieben die Musik!

Ihr kommt viel herum in Deutschland – Wo leben die besten Fans?
Fiese Fangfrage! Aber: Wie auch immer man diese Frage beantwortet, eins ist sicher: Die besten Fans der Welt leben auf jeden Fall in … (Auftrittsort einfügen)!

Welche Musikinstrumente spielt Ihr?
Tatsächlich haben wir alle mehrere Instrumente gelernt, obwohl wir kein einziges brauchen. Vielleicht muss man Instrumentalist sein, um zu genießen, dass man bei A Cappella keine Gitarrenverstärker schleppen muss.
Frank ist ein hervorragender Schlagzeuger, Tobi spielt Querflöte, Klavier und Kontrabass, Sanna fiedelt die Geige und Jan ist eigentlich Saxophonist. Dazu spielt er noch Klavier, Schlagzeug und Blockflöte.

Was macht eigentlich Sören Sieg?
Sören, unser ehemaliger Tenor und Moderator, sitzt an seinem Schreibtisch und schreibt einen Roman nach dem anderen. Oder Sachbücher. Oder Satire-Bücher. Unter anderem bei Ullstein (List). Und immer, wenn wir ein Lied brauchen, schreibt er für uns etwas sehr Schönes. Es sei denn, uns fällt selber etwas ein. Dann schreibt er ein fantastisches Arrangement dazu.